Eröffnung umstrittener Kirche in Köln-Kalk

Am Samstag, den 28. Mai, wird die umstrittene Piusbruderschaft in Köln-Kalk eine Kirche eröffnen. Die Bruderschaft sorgte weltweit für Aufsehen als die Exkommunikation vom Holocaustleugner Richard Williamson, einem ihrer vier Bischöfe, durch Papst Benedikt XVI aufgehoben wurde.

Auch David Berger kam im Zuge seiner Tätigkeiten in ultrakonservativen Kirchenkreisen immer wieder in Berührung mit Piusbrüdern. Für das Bündnis 17. Mai hat er auf Nachfrage seine Sicht auf die Eröffnung und die Piusbrüder im Allgemeinem geschildert.

Für mich als Kölner, der mehr als 10 Jahre seines Lebens in Kalk gelebt hat, ist die Eröffnung der Piusbruderschaftsfiliale in Kalk eine Angelegenheit, die den Widerstand der Bewohner dieses Vedels auf den Plan rufen sollte.

Kalk ist dafür bekannt, dass dort viele Nationalitäten, Kulturen und Religionen auf engstem Raum und häufig unter schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen zusammenleben – und dennoch habe ich Kalk so erlebt, dass man es über die vielen Jahre vermocht hat, immer wieder mit gegenseitiger praktischer Hilfe, Toleranz, manchmal auch mit pragmatischem Dulden der anderen, aber doch fast immer friedlich zusammen zu leben.

Dass sich jetzt dort eine Organisation niederlässt, die sich durch alle möglichen Formen der Intoleranz und Diskriminierung, durch einen verbitterten Kampf gegen das Recht auf Religionsfreiheit, Frauen- und Islamfeindlichkeit, durch ihre Nähe zu rechten und antisemitischen Kräften einen Namen gemacht hat, ist ein fatales Signal.

Die Einweihung dieser Kirche in einer Gegend, die auch stark von islamischen Bürgern bewohnt wird, wird Franz Schmidberger vornehmen, der sich vor nicht allzu langer Zeit zur Aussage hinreißen ließ, Mohammed als „Kinderschänder“ zu bezeichnen. Solche dümmlichen Aussagen und solche abstrusen Positionen stellen eine große Gefahr für das friedliche Zusammenleben in Kalk dar. Die Eröffnung dieses Piusbruderschaftszentrums ist daher ein Skandal, an dem man nicht stillschweigend und passiv vorübergehen sollte!

Dass man nicht stillschweigend und passiv bei der Eröffnung sein solle denkt sich auch das Bündnis „Für ein Leben vor dem Tod!“ aus Köln und läd für den Tag der Öffnung zu einer Demonstration ein. Treffpunkt hierfür ist am Samstag um 9 Uhr an der Haltestelle Kalk Kapelle. Von dort aus soll der Demonstrationszug vermutlich in Richtung der Kirche führen.
>>> Aufruf zur Demonstration
>>> Veranstaltung am 27. Mai: „Die kirchliche Rechte – Christlicher Fundamentalismus in Deutschland“